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Border Terrier aus dem frühen 20. Jahrhundert

Das Foto, aufgenommen im Jahr 1915, zeigt eine Gruppe von Border Terriern, die Willie Barton gehörten. Der Hund ganz links wurde im Jahr 1900 geboren.

Keine Terrier-Rasse ist besonders alt, obwohl Terrier-Zuchtvereine mitunter sowohl das Mittelalter als auch die Antike als Ursprung angeben. Der Border Terrier bildet da keine Ausnahme: Er tauchte um 1860 auf, war aber von anderen drahthaarigen Terriern nicht zu unterscheiden und wurde daher erst 1920 vom britischen Kennel Club anerkannt, nachdem er 1914 zunächst abgelehnt worden war.

Nerzjagd mit Border Terriern

John Robson gründete 1857 zusammen mit John Dodd die Border Hunt in Northumberland. Vermutlich betrieben sie professionelle Raubtierjagd und züchteten dafür geeignete Hunde. Sie jagten mit ihren Hunden in der Nähe von Carter Fell, einem Ort an der Grenze zwischen Schottland und England. Daher rührt wahrscheinlich der Name Border Terrier für die Rasse. Füchse waren und sind in den Grenzgebieten die größten Sorgen der Schafzüchter, deren Herden relativ frei über Tausende Hektar Heide- und Heideflächen streifen. Der Fuchs reißt die Lämmer. Es waren die Enkel dieser beiden Herren, die die Rasse später über den British Kennel Club einführten.
Im 19. Jahrhundert, als sich die Fuchsjagd zu einem Sport mit Reitern und freilaufenden Foxhounds entwickelte, wurde der Border Terrier in diese „Jagd“ einbezogen. Der Hund wurde eingesetzt, um den Fuchs aus dem Fangtopf zu treiben, nachdem Reiter und Foxhounds, eine Art Spürhunde, ihn hineingetrieben hatten. Die Fuchsjagd zu Pferd mit freilaufenden Hunden ist in Großbritannien heute verboten.

Das Foto wurde 1927 aufgenommen. Border Terrier wurden auch bei der Otterjagd eingesetzt.

Es heißt oft, der Border Terrier sei ein „kurzbauchiger Hund, der einem Reiter zu Pferd folgen kann“, was jedoch weitgehend einem Mythos entspricht. Ein kleiner Terrier hätte große Schwierigkeiten, mit hochbeinigen Foxhounds und galoppierenden Pferden über längere Zeit mitzuhalten. Zudem ist die Verwendung sogenannter Terrier-Säcke gut dokumentiert, bei denen der Terrier in einen Sack gesteckt wurde. Generell war der Border Terrier bei der Jagd mit Pferden nicht besonders beliebt, wie Statistiken des Border Terrier Clubs von Großbritannien belegen. Jack Russell Terrier und Foxterrier wurden viel häufiger eingesetzt.


Ursprünglich waren alle Terrier auf die Jagd nach kleineren Raubtieren und Schädlingen ausgerichtet. Ihre Größe ermöglichte es ihnen, diese auch unterirdisch zu verfolgen, zumindest im Fall von Füchsen und Dachsen. Daher rührt auch der etwas ungewöhnliche Name „Grythund“: „Gryth“ bezeichnet eine Umgebung, keine Eigenschaft oder Wildart. Es ist vergleichbar damit, einen Jämthund als „Waldhund“ oder einen Vorsteh als „Berghund“ zu bezeichnen. Jagdhunde sind Jagdhunde und werden durch Zucht und Training mehr oder weniger an unterschiedliche Umgebungen und Wildarten angepasst.

Terrier-Tasche

Terrier-Tasche

Der Border Terrier ist ein Jagdhund, der ursprünglich hauptsächlich zur Jagd auf kleinere Raubtiere und Schädlinge eingesetzt wurde. Die Jagd auf Huftiere mit dieser Rasse ist ein relativ neues Phänomen, da diese Jagdform nicht auf Heideflächen mit Tausenden freilaufender Schafe stattfindet. Die Huftierjagd mit dem Border Terrier ist mit der Einführung der Rasse in Ländern verbunden, in denen diese Jagdform üblich ist. Wann genau der Border Terrier für die Huftierjagd eingesetzt wurde, ist vermutlich nicht bekannt. In Ländern, in denen die Huftierjagd praktiziert wird, geschah dies sicherlich parallel zur Jagd auf Dachse und Füchse in Fallen. Bekannt ist, dass der Border Terrier heute neben unseren Nachbarländern Tschechien, Slowakei, Ungarn und Deutschland auch in Schweden zur Huftierjagd eingesetzt wird. Schweden ist wahrscheinlich das Land, in dem die meisten Huftiere mit dem Border Terrier gejagt werden.

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